Interview mit Illustratorin Jaqueline Diedam

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Verfasst von Franziska

Jaqueline Diedam ist eine Illustratorin und Designerin, die ursprünglich aus Brasilien stammt und nun in Köln lebt. Sie arbeitet hauptsächlich mit Wasserfarben und Gouache und zaubert daraus tolle Illustrationen. Ich habe ein Interview mit Jackie geführt und spannende Dinge über sie erfahren!

Jackie ist nicht nur eine moderne und inspirierende Frau, sie kreiert auch tolle Zeichnungen und Designs. Sie hat Integrated Design an der Internation School of Design in Köln studiert. Mittlerweile arbeitet sie als freiberufliche Illustratorin und Designerin. Zusammen mit ihrem Freund Raoul Döring hat sie ein eindrucksvolles Portfolio an den Wänden ihres Zuhauses geschaffen. Es finden sich Eindrücke von Reisen, Landschaften, Porträts und Zitate von Jackie und Fotos von Raoul, der als Fotograf arbeitet. Einige Impressionen könnt ihr in unserer kleinen Galerie finden. Großes Dankeschön an Raoul, der die Fotos gemacht hat.

 

Wann hat sich deine Leidenschaft für das Zeichnen erstmals bemerkbar gemacht?

Das hat sich dadurch bemerkbar gemacht, dass ich lieber zu Hause geblieben bin um malen, anstatt etwas mit Freunden zu unternehmen. Heute habe ich ein ausgeglicheneres Leben und kann mir Sozialleben und Arbeit besser einteilen. Allerdings bin ich einfach glücklicher wenn ich male. Heute habe ich außerdem mehr Freunde, die die gleichen Interessen wie ich haben und dann treffen wir uns gerne um Kaffee zu trinken und zu malen.

Von wem hast du dein Talent?

Meine Eltern haben mir beide viel Inspiration gegeben. Mein Vater ist ein guter Zeichner und arbeitete mit Illustrationen und Designs. Von ihm habe ich also die Begabung für alles, was Stifte und Pinsel betrifft, bekommen. Meine Mutter war immer einer sehr einfallsreiche und kreative Frau mit Geschäftssinn, d.h. sie konnte alles verkaufen, was sie wollte. Den Unternehmergeist habe ich also von ihr.

Kannst du dich an deine erste Illustration erinnern?

An meine erste Zeichnung kann ich mich zwar nicht richtig erinnern, allerdings erinnere ich mich an meinen ersten Auftrag als Malerin, als ich 8 Jahre alt war. Ich wurde beauftragt, eine Landschaft für einen wohlhabenden Landwirt aus dem Süden von Brasilien zu malen. Das Hauptmotiv für das Gemälde war eines seiner Häuser, ein hellgelbes Holzhaus im Schweizer Country Stil.

Wann wusstest du, dass Integrated Design der richtige Studiengang für dich ist?

Zuerst habe ich zwei Jahre Produktdesign in Brasilien studiert und währenddessen habe ich die Möglichkeit bekommen, ein Auslandssemester mit der Köln International School of Design zu machen und an ihrem Integrated Design Programm teilzunehmen. Zunächst habe ich mich aufgrund des guten Rufes der Schule in Brasilien für das Austauschprogramm entschieden und habe dann in Köln erst verstanden, was Integrated Design ist. Dadurch habe ich viel Erfahrung in verschiedenen Fachgebieten und Nachbardisziplinen gesammelt. Letztendlich hat es mir sogar gezeigt, dass meine wahre Leidenschaft darin liegt, Projekte zu visualisieren und mich damit auseinanderzusetzen, wie Dinge aussehen.

Welche Aufträge machen dir am meisten Spaß?

Am meisten gefallen mir zwei Arten von Aufträgen. Zum einen private Aufträge, da es eine sehr große Ehre ist, Teil des Lebens von Menschen zu sein. Das sind dann beispielsweise Porträts ihrer Wohnungen oder Material für besondere Anlässe. Zum anderen macht die Arbeit für Zeitschriften großen Spaß. Es ist nicht nur toll, eine Zeitschrift zu öffnen und seine eigenen Illustrationen zu sehen und einen schönen Artikel darüber zu lesen, sondern, dass es einfach so viele Menschen erreicht.

Was hilft wirklich während eines kreativen Lochs? Wo sammelst du auch an grauen Tagen Inspirationen?

Das ist natürlich eine Schwierigkeit wenn du professionell in der Kreativbranche arbeitest. Viele Dinge können deinen Arbeitsablauf beeinflussen und du musst sehr fokussiert und bestimmt sein, um dich durch Blockaden schlagen zu können. Wenn ich beispielsweise an Werbeaufträgen arbeite und eine Blockade habe, dann gönne ich mir eine Pause und arbeite an einem anderen Projekt. Das kann deinen Kopf erfrischen. Ansonsten gehe ich gerne in einen Park oder ein Café und beobachte Leute, das hilft mir immer, auch an grauen Tagen.

Du kommst aus dem schönen Brasilien. Warum hast du dich dazu entschieden, in Deutschland und gerade in Köln zu bleiben?

Ich bin eigentlich nur wegen des Auslandssemesters nach Köln gekommen und bin dann wegen allem anderen hier geblieben. Die Stadt ist wunderbar und ich freue mich sehr hier zu sein. Nun sind es schon mehr als 5 Jahre, die ich hier bin. Immer wenn ich reise und wieder zurück in Köln bin und dann den Dom sehe, fühle ich, dass ich wieder zu Hause bin.

Inwieweit beeinflusst dich dein Freund, der auch kreativ arbeitet, bei deiner Arbeit?

Ich bin sehr glücklich darüber, dass mein Freund kreativ ist. Er gibt mir immer konstruktive Kritik (allerdings nehme ich die ich nicht so gut auf) und er versucht immer alles mit mir zu teilen, was mich inspirieren könnte. Wir haben auch ein gemeinsames Projekt, das sich „Not just another guide to Cologne“ (Nicht noch ein Reiseführer für Köln) nennt, hier verkaufen wir Reiseführer, Postkarten und Drucke. Zusammen zu arbeiten ist sehr gewinnbringend für uns.

Für weitere Inspirationen und Illustrationen von Jackie empfehle ich Dir ihren Instagram-Account.

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